Neue Produktion
und alte Flachgewebe und Kelims

zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Wie ein Gewebe muss auch das überlieferte Wissen und Können gepflegt werden, sonst reisst der Faden der Tradition. Es genügt jedoch nicht, die grossen Vorbilder der Vergangenheit zu kopieren; nur dort, wo das Alte n einer veränderten Zeit einen neuen Sinn ergibt, kann es sich auf die Dauer erhalten. Die südpersischen Kelimweberinnen suchen diesen Anknüpfungspunkt an die Gegenwart.

Lange verkannt: der Kelim

Orientalische Flachgewebe (= Kelim) sind bei uns erst seit einigen Jahren aus ihrer Anonymität hervorgetreten.Einige Händler und Sammler haben anfangs der siebziger Jahre durch Ausstellungen und Bücher den bisher weitgehend unbeachteten Textilien zu Anerkennung verholfen. Wer einmal beginnt, sich mit ihnen zu befassen, wird bald in ihren Bann gezogen. Es ist nicht immer "liebe auf den ersten Blick". Auch für mich war die Bekanntschaft mit meinem ersten Kelim eher mit einer zurückhaltenden, abwartenden Haltung verbunden.

 

Im Jahre 1964 schenkte mir ein Kunde (ich war damals Mitarbeiter eines traditionellen Teppich­hauses) ein zentralanatolisches Flachgewebe der Afsharen, das in zwei Bahnen gewirkt war: Der Kostenvoranschlag für die Reparatur war ihm zu hoch; für diesen Preis hatte er die Möglichkeit, einen Teppich aus Afghanistan zu kaufen. Dieses Flachgewebe, dessen Ausstrahlung und Schönheit ich erst einige Jahre später erkannt, ist schuld an meiner heutigen Begeisterung und Aktivität. Seither hat es einen Ehrenplatz in meinem Haus. Heute ist die enorme kulturhistorische Bedeutung der Flachgewebe längst erkannt und wird in vielen Publikationen und Fachzeitschriften erörtert. Das türkische Wort "Kelim" reicht nicht mehr aus, um der entdeckten Vielfalt von unterschiedlichen Webarten, Formaten und Typen gerecht zu werden.

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